Was die neue DIN EN 16282-1 verändert – und warum horizontale Induktionsströmung und vertikaler Stützstrahl jetzt wichtiger werden. Wie viel Abluft braucht eine Großküche im Jahr 2026 wirklich? Diese Frage beschäftigt derzeit viele Fachplaner, Küchenplaner, Anlagenbauer und Betreiber. Denn mit der DIN EN 16282-1:2026 liegt eine neue und aktualisierte Grundlage für die Berechnung der Abluftmenge in gewerblichen Küchen vor.
Die neue Norm stellt die Küchenlüftung nicht vollständig auf den Kopf. Sie verändert und präzisiert jedoch mehrere wichtige Eingangsgrößen. Außerdem zeigt sie deutlicher als ihre Vorgängerausgabe, dass nicht nur die Luftmenge zählt. Auch die tatsächliche Strömungsführung an der Küchenlüftungshaube beeinflusst die sichere Erfassung des Thermikluftstroms.
Deshalb unterscheidet die DIN EN 16282-1:2026 unter anderem zwischen Induktionsluft und einem vertikalen Stützstrahl. Für den vertikalen Stützstrahl beschreibt sie ausdrücklich eine erzeugte Erfassungszone, die für die Bestimmung des Maßes hd relevant sein kann.
Gleichzeitig muss man die normative Darstellung und einen produktspezifischen Funktionsnachweis sauber voneinander trennen. Bei der REVEN-Induktionshaube kann bereits die horizontal geführte Coanda-Induktionsströmung eine wirksame Erfassungszone unterhalb der physischen Haubenunterkante erzeugen. Darüber hinaus führt sie die belastete Thermik gezielt in Richtung der X-CYCLONE Aerosolabscheider.
Mit der neuen EFF2 ergänzt REVEN diese bewährte horizontale Induktionsströmung um einen optionalen, sehr sanften und vertikal nach unten gerichteten Stützstrahl. Beide Strömungsprinzipien übernehmen unterschiedliche Aufgaben und ergänzen sich.
Die kurze Antwort: Die DIN EN 16282-1:2026 ist die aktuelle europäische Grundlage für die Berechnung der Abluftmenge in gewerblichen Küchen. Die VDI 2052 bleibt in Deutschland zusätzlich. REVEN plant und rechnet jedoch nach der europaweit gültigen DIN EN 16282 und nicht nach einem privaten Regelwerk wie der VDI 2052, die von dem Verein Deutscher Ingenieure e.V. (VDI) erarbeitet und herausgegeben wird.
Welche Norm gilt jetzt?
Für die Lüftung einer gewerblichen Küche gilt nicht nur eine einzige Norm. Mehrere Regelwerke greifen ineinander, weil sie unterschiedliche Aufgaben behandeln.
Die DIN EN 16282-1:2026-09 enthält allgemeine Anforderungen und Berechnungsmethoden für die Be- und Entlüftung gewerblicher Küchen. Weitere Teile der Normenreihe behandeln unter anderem Küchenlüftungshauben, Lüftungsdecken, Luftdurchlässe, Luftleitungen, Aerosolabscheider, Feuerlöschanlagen und die Nachbehandlung der Abluft.
Die VDI 2052 Blatt 1 bleibt in Deutschland eine wichtige anerkannte Regel der Technik. Die neue DIN EN 16282-1 macht die VDI 2052 deshalb nicht automatisch bedeutungslos oder ungültig. Trotzdem wäre es falsch, eine neue Planung ausschließlich mit alten VDI-Ansätzen oder nur mit der DIN EN 16282-1 aus dem Jahr 2017 durchzuführen. Denn die europäische Norm wurde aktualisiert. Daher müssen Planer die neue Berechnungssystematik sichtbar berücksichtigen.
Was bedeutet die Grenze von 25 kW?
Bei Küchen mit mehr als 25 kW Gesamtanschlussleistung der wärme- und feuchteabgebenden Geräte ist grundsätzlich eine maschinelle Zu- und Abluftanlage erforderlich. Die Anschlussleistung allein bestimmt jedoch noch nicht die genaue Abluftmenge. Denn auch die Geräteart, die Betriebsweise, die Aufstellung und die Nutzung beeinflussen das Ergebnis.
Unterhalb von 25 kW gibt es ebenfalls keine pauschale Entwarnung. Eine kleine Teeküche erzeugt andere Lasten als ein Imbiss mit Brat- und Grillgeräten. Deshalb muss der Planer auch bei kleineren Küchen die tatsächlichen Prozesse bewerten. Die einfache Aussage „Unter 25 kW ist keine mechanische Lüftung nötig“ kann zu einer falschen Planung führen.
Was verändert die neue Norm?
Die neue DIN EN 16282-1 verändert mehrere Eingangsgrößen. Dadurch können sich im Vergleich zu älteren Berechnungen andere Abluftvolumenströme ergeben. Vier Änderungen sind besonders wichtig.
1. Die Vorbemessung unterscheidet Küchenarten genauer
In einer frühen Planungsphase fehlen häufig genaue Angaben zu den Kochgeräten. Dann kann eine überschlägige Berechnung über die Küchenfläche helfen. Früher arbeiteten viele Planer dabei mit wenigen pauschalen Werten.
Die neue Norm unterscheidet die Küchenarten wesentlich genauer. Je nach Nutzung nennt sie unterschiedliche Orientierungsbereiche. Eine Aufwärmküche benötigt deshalb einen anderen Ansatz als eine Restaurantküche mit intensiven Brat- und Grillprozessen. Das ist sinnvoll, weil beide Küchen ganz unterschiedliche Wärme-, Feuchte- und Aerosollasten erzeugen.
Die Flächenmethode bleibt jedoch nur eine Vorbemessung. Sobald ein Geräteplan und verlässliche Betriebsdaten vorliegen, muss die detaillierte thermische Berechnung folgen.
2. Die Gleichzeitigkeit erhält eine neue Grundlage
In einer Großküche laufen normalerweise nicht alle Geräte gleichzeitig unter voller Last. Deshalb berücksichtigt die Berechnung einen Gleichzeitigkeitsfaktor.
Die neue DIN EN 16282-1 bezieht diesen Faktor stärker auf die berechneten Abluftmengen der tatsächlich gleichzeitig genutzten Geräte. Sie löst sich damit von einer rein elektrischen Betrachtung der Anschlussleistungen.
Das verbessert die Planung, denn zwei Geräte mit gleicher Anschlussleistung können sehr unterschiedliche Lasten erzeugen. Eine Fritteuse gibt zum Beispiel andere Wärme-, Feuchte- und Aerosollasten ab als ein Kochkessel oder Backofen. Daher sollte der Planer die Gleichzeitigkeit für jeden Kochblock einzeln festlegen und gemeinsam mit Betreiber, Kücheneinrichter und RLT-Planer dokumentieren.
3. Aktualisierte Gerätedaten verändern die Berechnung
Die neue Norm aktualisiert auch Gerätedaten. Einzelne Werte für sensible Wärme und Feuchteabgabe wurden angepasst. Außerdem wurden frühere Tabellenansätze und Betriebszustände überarbeitet.
Planer sollten alte Rechentabellen und ältere Softwarestände deshalb nicht ungeprüft weiterverwenden. Stattdessen sollten sie aktuelle Gerätedaten einsetzen und besondere Betriebsweisen klar vereinbaren.
4. Die Norm differenziert Induktionsluft und vertikalen Stützstrahl
Die neue DIN EN 16282-1 stellt Induktionsluft und vertikalen Stützstrahl als unterschiedliche Strömungseinflüsse dar.
Ein vertikaler Stützstrahl besteht aus einer vergleichsweise geringen Luftmenge. Diese strömt gezielt nach unten und kann die offene Erfassungsgrenze einer Küchenlüftungshaube stabilisieren. Die Norm beschreibt ausdrücklich, dass bei einer dadurch erzeugten Erfassungszone deren Unterkante für die Betrachtung von hd relevant sein kann.
Das bedeutet aber nicht, dass ausschließlich ein vertikaler Stützstrahl die wirksame Erfassungszone beeinflussen kann. Andere Strömungssysteme können ebenfalls eine produktspezifische Wirkung erzeugen. Diese Wirkung muss der Hersteller jedoch am konkreten System untersuchen und nachweisen.
Abluftmenge Großküche 2026 berechnen: Schritt für Schritt
Die detaillierte Berechnung folgt dem Thermikluftstrom, der über den Kochgeräten entsteht. Planer gehen dabei in mehreren Schritten vor.
- Kochgeräte vollständig erfassen. Dazu gehören Gerätetyp, Anschlussleistung, Abmessungen, Aufstellung, Energieart, Öffnungen und der geplante Betriebszustand.
- Kochblöcke bilden. Geräte, die gemeinsam unter einer Erfassungseinrichtung stehen, werden zu einem Block zusammengefasst.
- Gleichzeitigkeit bestimmen. Der Planer legt fest, welche Geräte im maßgebenden Betrieb gleichzeitig genutzt werden.
- Wärme- und Feuchteabgabe ansetzen. Dafür verwendet er aktuelle Normwerte oder abgestimmte Herstellerdaten.
- Aufstellung berücksichtigen. Ein Kochblock an einer Wand verhält sich anders als eine frei stehende Kochinsel. Deshalb beeinflusst die Aufstellung den Thermikluftstrom.
- Das Maß hd bestimmen. Dieses Maß beschreibt die wirksame Höhe zwischen Wärmequelle und Erfassungsgrenze.
- Thermikluftstrom berechnen. Aus den Eingangsgrößen entsteht der rechnerische Thermikluftstrom des Kochblocks.
- Ausspülgrad berücksichtigen. Raumzuluft, Querströmungen und die Art der Luftführung beeinflussen die Erfassung. Deshalb kommt ein Korrekturfaktor hinzu.
- Direkt eingebrachte Luft und weitere Wärmequellen ergänzen. Dazu kann je nach System auch ein direkter Luftstrom in die Erfassungseinrichtung gehören.
- Kondensation kontrollieren. Zum Schluss muss die Planung prüfen, welcher Abluftvolumenstrom zusätzlich erforderlich ist, damit keine unkontrollierte Kondensation entsteht. Maßgebend bleibt der größere erforderliche Wert.
Vereinfacht gelten folgende Zusammenhänge:
qv,cap = qv,th × a
Der Erfassungsluftstrom ergibt sich aus dem Thermikluftstrom und dem Korrekturfaktor für den Ausspülgrad.
qv,cap = qv,th × a + qv,dir
Wenn eine Erfassungseinrichtung Luft direkt einbläst, wird dieser Luftstrom zusätzlich berücksichtigt.
qv,ext = Summe der Erfassungsluftströme plus weitere thermische Luftströme
Der gesamte Abluftvolumenstrom umfasst also alle Erfassungsluftströme sowie gegebenenfalls weitere Wärmequellen, die nicht unmittelbar erfasst werden.
Nutzen Sie hierzu auch unser online Auslegungssoftware RECOMAX: Berechnen Sie die richtige Luftmenge mit unserem Auslegungsprogramm RECOMAX 2026 für Lüftungsanlagen in der Gastronomie und in Großküchen: RECOMAX 2026 Online App
Diese Zusammenhänge zeigen einen wichtigen Punkt: Die Abluftmenge entsteht nicht allein aus der elektrischen Anschlussleistung. Sie hängt von Geräten, Betrieb, Aufstellung, Thermik, Erfassungshöhe und Raumströmung ab.
Warum das Maß hd zählt
Das Maß hd beschreibt die wirksame Höhe zwischen der Wärmequelle und der Erfassungsgrenze. Je weiter der Thermikluftstrom aufsteigen muss, desto mehr Umgebungsluft reißt er mit. Dadurch wird der Thermikluftstrom größer, und in vielen Fällen steigt auch die erforderliche Abluftmenge.
Im normativen Ausgangsfall bestimmt der Planer hd von der Wärmequelle bis zur physischen Unterkante der Erfassungseinrichtung. Bei Geräten mit einer vertikalen Öffnung kann eine andere Bezugshöhe maßgebend sein.
Die DIN EN 16282-1:2026 beschreibt darüber hinaus ausdrücklich die Unterkante einer durch einen vertikalen Stützstrahl erzeugten Erfassungszone als mögliche Bezugsebene. Wenn ein solcher Stützstrahl nachweisbar eine stabile Erfassungszone erzeugt, kann sich dadurch das wirksame Maß hd verändern.
Die Norm nennt jedoch keinen pauschalen Abzug in Zentimetern. Ein Planer darf hd deshalb nicht automatisch verringern, nur weil eine Haube einen Stützstrahl besitzt. Der Hersteller muss zeigen, dass die Erfassungszone tatsächlich entsteht und im vorgesehenen Betriebsbereich stabil bleibt.

Davon zu unterscheiden ist die Wirkung einer horizontal geführten Induktionsströmung. Auch sie kann bei einer konkret untersuchten Haubenkonstruktion eine unterhalb der physischen Haubenunterkante liegende wirksame Erfassungszone erzeugen. Dieser Ansatz ergibt sich jedoch nicht als pauschale Erlaubnis aus der Produktbezeichnung „Induktionshaube“. Er beruht auf einem produktspezifischen Funktionsnachweis.
Was die horizontale Induktionsströmung leistet
Die horizontale REVEN-Induktionsströmung strömt entlang der Induktionsdüse in den Erfassungsraum der Haube. Dabei nutzt sie ihren Impuls, Mitreißeffekte und den Coanda-Effekt. So stabilisiert sie die aufsteigende Thermik und führt die belastete Luft gezielt in Richtung der X-CYCLONE Aerosolabscheider.
Die horizontale Induktionsströmung erfüllt mehrere Aufgaben gleichzeitig:
- Sie kann die Thermikströmung bereits unterhalb der physischen Haubenunterkante erfassen und stabilisieren.
- Sie kann eine produktspezifisch nachgewiesene wirksame Erfassungszone erzeugen.
- Sie verringert das Risiko, dass Kochwrasen an einer offenen Haubenkante ausbrechen.
- Sie führt die belastete Luft gezielt zu den Aerosolabscheidern.
- Sie beeinflusst die Durchmischung und Temperaturentwicklung innerhalb der Haube.
Damit wirkt die horizontale REVEN-Induktionsströmung nicht nur als innerer Transportstrom. Sie kann auch die Erfassungssituation und damit die wirksame Betrachtung von hd beeinflussen. Diese Wirkung gilt jedoch nur für die konkret untersuchte Haube, Düsenkonfiguration und Betriebsweise. Sie darf nicht pauschal auf jede beliebige Induktionshaube übertragen werden.
Eine richtig ausgelegte Induktionsströmung kann außerdem den heißen Thermikluftstrom abkühlen und durchmischen. Dadurch können gasförmige Bestandteile unter geeigneten Bedingungen wieder zu kleinen Tröpfchen kondensieren. Anschließend kann ein mechanischer Aerosolabscheider diese Tröpfchen erfassen.
Mehr Hintergründe dazu finden Sie in unserem Beitrag „Kritik an Induktionshauben: Fakten, Messungen und offene Fragen“.
Abluftmenge Großküche 2026: Was der vertikale Stützstrahl leistet
Der vertikale Stützstrahl übernimmt eine andere, ergänzende Aufgabe. Er strömt sehr sanft nach unten und bildet an der offenen Haubenkante eine strömende Begrenzung. Dadurch stabilisiert er den Erfassungsraum und erschwert ein seitliches Ausbrechen der Thermik.
Der Stützstrahl darf jedoch nicht zu stark sein. Sonst kann er den natürlichen Thermikstrom stören oder Zugerscheinungen bei den Beschäftigten verursachen. Deshalb benötigt er eine sehr geringe Luftmenge und eine sorgfältig abgestimmte Auslegung.
Ein vertikaler Stützstrahl ersetzt die horizontale REVEN-Induktionsströmung nicht. Er übernimmt auch nicht automatisch deren Aufgaben bei der inneren Luftführung, Durchmischung, Temperaturbeeinflussung und Führung zu den Aerosolabscheidern.
Ebenso ist der vertikale Stützstrahl bei REVEN nicht die erstmalige und alleinige Ursache für eine wirksame Erfassungszone unterhalb der Haube. Vielmehr ergänzt und stabilisiert er die bereits untersuchte Wirkung der horizontalen Induktionsströmung.
Abluftmenge Großküche 2026: So verbindet die EFF2 beide Strömungsprinzipien
Mit der EFF2 entwickelt REVEN seine bewährte Induktionshaube gezielt weiter. Zusätzlich zur vorhandenen horizontalen REVEN-Induktionsströmung kann optional ein sehr sanfter, vertikal nach unten gerichteter Stützstrahl integriert werden.
Die horizontale Induktionsströmung stabilisiert die aufsteigende Thermik, unterstützt eine wirksame Erfassungszone und führt die belastete Luft gezielt in Richtung der X-CYCLONE Aerosolabscheider. Der vertikale Stützstrahl stabilisiert zusätzlich die offene Erfassungsgrenze der Küchenlüftungshaube. Beide Strömungsprinzipien wirken deshalb nicht gegeneinander, sondern ergänzen sich.
Die Funktionsweise und Auslegung der EFF2 wurden bereits in praktischen Vergleichsversuchen untersucht und verifiziert. Weiterführende technische Ergebnisse und die konkreten Auswirkungen auf die Erfassungssituation erläutert unser Vertriebsteam gerne im Rahmen einer persönlichen Beratung.
Nach unserem derzeitigen Kenntnisstand ist REVEN weltweit der einzige Hersteller, der eine patentierte horizontale Induktionsströmung in einer Küchenlüftungshaube mit einem zusätzlichen vertikalen Stützstrahl kombiniert.
Damit greift die EFF2 genau jene strömungstechnischen Zusammenhänge auf, welche die neue DIN EN 16282-1:2026 differenzierter darstellt. Die Norm nennt den vertikalen Stützstrahl ausdrücklich. Die darüber hinausgehende Wirkung der horizontalen REVEN-Induktion stützt REVEN auf praktische Vergleichsversuche und produktspezifische Messungen.
Ein Stützstrahl ersetzt jedoch weder den Aerosolabscheider noch die thermische Berechnung. Er entfernt auch keine gasförmige Feuchte. Deshalb muss die Planung weiterhin Wärme, Feuchte, Aerosole, Kondensation und den gesamten Abluftweg betrachten.
Weitere Informationen zu unseren X-CYCLONE Küchenlüftungshauben finden Sie auf unserer Website.
Kondensation richtig verstehen
Die neue DIN EN 16282-1 enthält einen wichtigen Hinweis für Luft, die direkt in eine Erfassungseinrichtung eingeblasen wird. Dieser Luftstrom muss eine kontrollierte Temperatur besitzen, damit keine zusätzliche unkontrollierte Kondensation entsteht.
Dieser Hinweis ist richtig und wichtig. Er darf jedoch nicht verkürzt oder falsch verstanden werden. Natürlich muss die Planung zusätzliche unkontrollierte Kondensation vermeiden. Kondensat darf sich nicht an einer ungeeigneten Stelle bilden, unkontrolliert an Bauteilen ablaufen oder sogar auf die Kocheinrichtung zurücktropfen. Das wäre hygienisch und technisch nicht vertretbar.
Daraus folgt jedoch kein allgemeines Verbot jeder Kondensation innerhalb einer Küchenlüftungshaube. Wasser sowie Bestandteile von Ölen und Fetten können zunächst gasförmig vorliegen. Solange sie gasförmig bleiben, kann ein mechanischer Aerosolabscheider sie nicht wie Flüssigkeitströpfchen abscheiden.
Wenn die Abluft diese gasförmigen Stoffe einfach weitertransportiert, können sie später an kälteren Stellen kondensieren. Das kann in Luftleitungen, Bögen, Ventilatoren, Wärmerückgewinnungen oder RLT-Geräten geschehen. Dann hat die Haube das Problem nicht gelöst. Sie hat es lediglich in einen schwer zugänglichen Teil der Anlage verschoben.
Dort können Wasser- und Fettfilme entstehen. Außerdem können Gerüche, hygienische Belastungen, ein höherer Reinigungsaufwand und zusätzliche Brandlasten folgen.
Deshalb lautet die entscheidende Frage nicht nur: Findet Kondensation statt? Die wichtigere Frage lautet: Wo findet die Kondensation statt, und wird sie dort sicher beherrscht?
Eine kontrollierte Kondensation in einem dafür ausgelegten und gut zugänglichen Haubenbereich kann technisch sinnvoll sein. Denn dort kann ein geeigneter Aerosolabscheider die neu entstandenen Tröpfchen erfassen. Außerdem kann das System das Kondensat kontrolliert ableiten, und das Personal kann den Bereich reinigen und warten.
Der Temperaturhinweis und die Begrenzung von qv,dir auf 15 bis 20 Prozent bilden deshalb wichtige Randbedingungen. Sie ersetzen jedoch kein vollständiges Kondensationskonzept. Planer müssen zusätzlich Temperaturen, Taupunkte, Aerosolabscheidung, Kondensatführung, Zugänglichkeit und den gesamten Abluftweg betrachten.
Der vertikale Stützstrahl stabilisiert vor allem die Erfassungsgrenze. Die Durchmischung und eine mögliche kontrollierte Kondensation hängen dagegen besonders von der horizontalen, temperaturgeführten Induktionsströmung und vom Gesamtsystem ab.
Ausführlich erklären wir diesen Zusammenhang im Blogartikel „Unsichtbare Gefahr in der Küchenlüftung: verdampfte Flüssigkeiten“.
Abluftmenge Großküche 2026 mit RECOMAX berechnen
Eine detaillierte Luftmengenberechnung enthält viele Eingangsgrößen. Deshalb entstehen schnell Fehler, wenn Planer mit alten Tabellen oder einfachen Pauschalen arbeiten.
REVEN stellt dafür das Online-Berechnungsprogramm RECOMAX bereit. Das Programm unterstützt die Berechnung der Abluftmenge für gewerbliche Küchen nach DIN EN 16282-1.
Wir aktualisieren RECOMAX derzeit auf die DIN EN 16282-1:2026. Das Update berücksichtigt unter anderem die neue Systematik der Vorbemessung, die geänderte Gleichzeitigkeit und aktualisierte Gerätedaten. Sobald die technische Prüfung und Freigabe abgeschlossen sind, können Planer ihre Projekte auf Grundlage des neuen Normstands bearbeiten.
Eine Software ersetzt jedoch nicht die fachliche Planung. Der Planer muss weiterhin die richtigen Geräte, Betriebsweisen, Gleichzeitigkeiten und Strömungseinflüsse eingeben. Außerdem muss er prüfen, ob das reale System die angesetzte Erfassungswirkung tatsächlich erreicht.
Normative Aussage und Produktnachweis trennen
Die neue Norm liefert eine Berechnungssystematik. Sie bestätigt jedoch nicht automatisch jede vom Hersteller angebotene Strömungslösung. Deshalb müssen Planung und Nachweis zwei Ebenen sauber unterscheiden.
Die normative Ebene: Die DIN EN 16282-1:2026 beschreibt den vertikalen Stützstrahl ausdrücklich und ordnet die dadurch erzeugte Erfassungszone in die Betrachtung von hd ein.
Die produktspezifische Ebene: Die horizontale REVEN-Coanda-Induktionsströmung kann ebenfalls eine wirksame Erfassungszone erzeugen und zusätzlich die belastete Luft zu den Aerosolabscheidern führen. REVEN stützt diese Aussage auf Untersuchungen am konkreten System.
Die EFF2-Ebene: Der optionale vertikale Stützstrahl ergänzt die horizontale Induktionsströmung. Er stabilisiert die offene Erfassungsgrenze, während die horizontale Strömung weiterhin Erfassung, innere Luftführung, Durchmischung und Transport unterstützt.
Diese Wirkungen dürfen nicht doppelt angesetzt werden. Ebenso darf aus ihnen keine pauschale Verringerung der Abluftmenge abgeleitet werden. Entscheidend bleiben der konkrete Aufbau, der dokumentierte Betriebsbereich und der technische Nachweis.
Was Planer jetzt tun sollten
Wer eine neue Großküche plant oder eine bestehende Anlage überprüft, sollte jetzt folgende Punkte beachten:
- Nennen Sie in neuen Projekten die DIN EN 16282-1:2026-09 als aktuellen europäischen Normstand.
- Ordnen Sie die VDI 2052 und weitere nationale Regeln projektspezifisch zu.
- Verwenden Sie die Flächenmethode nur für die frühe Vorplanung.
- Wechseln Sie zur detaillierten thermischen Berechnung, sobald Geräte- und Betriebsdaten vorliegen.
- Prüfen Sie alte Tabellen, Vorlagen und Softwarestände.
- Bestimmen Sie die Gleichzeitigkeit für jeden Kochblock nachvollziehbar.
- Dokumentieren Sie das Maß hd und die tatsächlich verwendete Erfassungsgrenze.
- Unterscheiden Sie den ausdrücklichen Norminhalt von produktspezifischen Funktionsnachweisen.
- Bewerten Sie horizontale Induktionsströmung und vertikalen Stützstrahl getrennt.
- Rechnen Sie die Wirkungen verschiedener Strömungen nicht doppelt an.
- Planen Sie den vertikalen Stützstrahl so sanft, dass keine Zugerscheinungen entstehen.
- Prüfen Sie Erfassungswirkung und Volumenströme bei der Inbetriebnahme durch Messungen.
- Betrachten Sie Aerosole, gasförmige Bestandteile und Kondensation gemeinsam.
- Verhindern Sie, dass sich ein Kondensationsproblem nur aus der Haube in das Kanalnetz verschiebt.
Häufige Fragen zur Abluftmenge Großküche 2026
Ersetzt die DIN EN 16282-1:2026 die VDI 2052 vollständig?
Nein. Die DIN EN 16282-1:2026 ist die aktuelle europäische Grundlage. Die VDI 2052 bleibt in Deutschland eine ergänzende Regel der Technik. Zusätzlich gelten die vertraglichen und behördlichen Anforderungen des konkreten Projekts.
Darf ich die Abluftmenge weiterhin über die Küchenfläche berechnen?
Für eine frühe Vorbemessung ist das möglich. Sobald genaue Geräte- und Betriebsdaten vorliegen, sollten Sie jedoch die detaillierte thermische Berechnung verwenden.
Reicht die elektrische Anschlussleistung für die Berechnung aus?
Nein. Die Anschlussleistung allein bildet Wärme, Feuchte, Aerosole, Aufstellung und Betriebsweise nicht vollständig ab. Deshalb benötigt die Berechnung weitere Eingangsgrößen.
Verringert jeder vertikale Stützstrahl automatisch das Maß hd?
Nein. Der Stützstrahl muss nachweisbar eine stabile Erfassungszone erzeugen. Erst dann kann deren Unterkante als Bezugsebene dienen. Einen festen pauschalen Zentimeterabzug nennt die Norm nicht.
Kann auch eine horizontale Induktionsströmung das wirksame Maß hd beeinflussen?
Ja, wenn sie bei einem konkret untersuchten System nachweisbar eine wirksame Erfassungszone unterhalb der physischen Haubenunterkante erzeugt. Daraus entsteht jedoch kein pauschaler Anspruch für jede am Markt erhältliche Induktionshaube. Die Wirkung muss zur konkreten Konstruktion, Düsenkonfiguration und Betriebsweise passen und dokumentiert sein.
Was ist der Unterschied zwischen horizontaler Induktionsströmung und vertikalem Stützstrahl?
Die horizontale REVEN-Induktionsströmung stabilisiert die Thermik, unterstützt die wirksame Erfassung und führt die belastete Luft innerhalb der Haube in Richtung der Aerosolabscheider. Der vertikale Stützstrahl stabilisiert zusätzlich die offene Erfassungsgrenze.
Darf ich beide Wirkungen gleichzeitig anrechnen?
Nur soweit das Gesamtsystem diese kombinierte Wirkung tatsächlich erreicht und ein entsprechender Nachweis vorliegt. Eine doppelte oder pauschale rechnerische Anrechnung ist nicht zulässig.
Verbietet die Norm Kondensation in der Küchenlüftungshaube?
Nein. Sie verlangt, dass direkt eingebrachte Luft keine zusätzliche unkontrollierte Kondensation verursacht. Daraus folgt jedoch kein allgemeines Verbot einer kontrollierten Kondensation an einem geeigneten Ort. Entscheidend sind sichere Abscheidung, Entwässerung, Reinigung und Wartung.
Löst ein vertikaler Stützstrahl auch Feuchteprobleme?
Nein. Der Stützstrahl verbessert vor allem die Stabilität der Erfassungsgrenze. Die Planung muss gasförmige Feuchte und mögliche Kondensation weiterhin gesondert berechnen und bewerten.
Wann steht die aktualisierte RECOMAX-Version bereit?
REVEN aktualisiert RECOMAX derzeit auf den neuen Normstand. Nach der technischen Prüfung und Freigabe stellen wir die neue Version über die bestehende RECOMAX Online-Anwendung bereit.
Zusammenfassung: Abluftmenge Großküche 2026 richtig planen
Die neue DIN EN 16282-1:2026 macht die Berechnung differenzierter. Sie unterscheidet Küchenarten genauer, verändert die Bewertung der Gleichzeitigkeit und aktualisiert wichtige Gerätedaten. Außerdem zeigt sie deutlich, dass neben der reinen Luftmenge auch die tatsächliche Strömungsführung an der Erfassungseinrichtung zählt.
Für die fachliche Argumentation müssen wir dennoch genau unterscheiden. Die Norm beschreibt den vertikalen Stützstrahl ausdrücklich und erläutert seine mögliche Bedeutung für die Bezugsebene von hd. Die horizontale REVEN-Induktionsströmung besitzt darüber hinaus eine produktspezifisch untersuchte Wirkung: Sie kann eine wirksame Erfassungszone unterstützen, die Thermik stabilisieren und die belastete Luft gezielt zu den Aerosolabscheidern führen.
Mit der EFF2 verbindet REVEN beide Prinzipien. Die bewährte horizontale Induktionsströmung übernimmt weiterhin ihre Aufgaben bei Erfassung, Luftführung und Durchmischung. Der neue, sehr sanfte vertikale Stützstrahl stabilisiert zusätzlich die offene Erfassungsgrenze.
Trotzdem gilt: Eine technische Funktion darf nicht nur behauptet werden. Sie muss untersucht, gemessen und für das konkrete System dokumentiert werden. Ebenso wichtig bleibt die Kondensationsbetrachtung, denn gasförmige Belastungen dürfen nicht einfach in das nachgeschaltete Abluftsystem verschoben werden.
Sie planen eine gewerbliche Küche oder möchten eine vorhandene Luftmengenberechnung auf den Stand der DIN EN 16282-1:2026 bringen? Dann sprechen Sie mit unserem Vertriebsteam.


