Aerosolabscheidung in der Industrie: Normen, Technik und Auswahl in der Praxis
Warum Aerosolabscheidung in der Industrie unverzichtbar ist
In nahezu jedem industriellen Prozess – vom Drehen und Fräsen über das Schweißen bis zur Lebensmittelproduktion – entstehen feinste Tropfen und Partikel, die in der Luft schweben. Diese Aerosole sind in der Regel kleiner als 10 Mikrometer und damit lungengängig. Eine wirksame Aerosolabscheidung schützt nicht nur die Gesundheit der Mitarbeitenden, sondern verhindert auch Korrosion an Maschinen, Brandlasten in der Abluftleitung und teure Produktionsausfälle. Wer Aerosole ungefiltert in die Hallenluft oder ins Freie bläst, riskiert Bußgelder nach Bundes-Immissionsschutzgesetz, Versicherungsstreit nach einem Hallenbrand und steigende Krankenstände durch chronische Atemwegserkrankungen. Die Aerosolabscheidung ist deshalb längst kein optionales Add-on mehr, sondern fester Bestandteil moderner Lüftungs- und Sicherheitsplanung.
Aerosole im Industrieprozess
Warum REVEN Ölnebelabscheider für Werkzeugmaschinen funktionieren
Aerosole sind ein Sammelbegriff für feinste Tropfen oder Partikel in einem Gas – meistens Luft. Je nach Prozess unterscheiden sie sich deutlich in chemischer Zusammensetzung, Tropfengröße und Brennbarkeit. Das macht die Auswahl der richtigen Abscheidetechnik so anspruchsvoll, denn ein einzelner Filtertyp kann nicht alle Aerosolarten gleich gut zurückhalten. Typische Quellen in der verarbeitenden Industrie:
- Ölnebel aus Werkzeugmaschinen, Drehzentren und CNC-Fräsen bei der Metallbearbeitung mit Kühlschmierstoffen
- Emulsionsnebel aus Hochdruckkühlung in modernen Bearbeitungszentren
- Dämpfe und Rauche aus Löten, Härten sowie WIG- und MAG-Schweißen
- Wrasen und Fettnebel aus Friteusen, Grills und Kombidämpfern in der Lebensmittelindustrie
- Kondensataerosole aus Reinigungs-, Beiz- und Lackierprozessen
Für die Metallbearbeitung sind vor allem hochwertige Ölnebelabscheider für Werkzeugmaschinen und Emulsionsnebelabscheider die erste Wahl, weil sie auf die spezifische Tropfengrößenverteilung und Viskosität dieser Medien abgestimmt sind.
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Normen und gesetzliche Grundlagen für die Aerosolabscheidung
In Deutschland und der EU greifen mehrere Regelwerke ineinander – vom Arbeitsschutz über die Anlagensicherheit bis zur Reinhaltung der Außenluft. Der Betreiber einer Industrieabsaugung ist verpflichtet, sowohl die Arbeitsplatzgrenzwerte in der Halle als auch die Emissionsgrenzwerte am Schornstein einzuhalten. Wer den falschen Filter wählt, riskiert nicht nur Beanstandungen durch die Berufsgenossenschaft, sondern im Ernstfall die Stilllegung der Anlage durch die Immissionsschutzbehörde. Besonders relevant ist die Flammendurchschlagsicherheit von Abscheidern in Abluftleitungen, weil sich ölige Aerosolablagerungen entzünden können. Hier setzt sich seit einigen Jahren die Prüfung nach EN 16282-6 als europäischer Standard durch und löst die ältere DIN 18869-5 ab.
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Norm / Verordnung |
Anwendungsbereich |
Kernanforderung |
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DIN EN 16282-6 |
Küchen- und Industrieabluft |
Prüfung des Flammendurchschlags von Fettabscheidern |
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DIN 18869-5 (alt) |
Gewerbliche Küche |
Vorgänger der EN 16282-6, weiterhin in Bestandsanlagen relevant |
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VDI 2262 Blatt 3 |
Arbeitsplatzlufthaltung |
Mindestanforderungen an Abscheidegrade für Öl- und Emulsionsnebel |
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TA Luft (2021) |
Genehmigungsbedürftige Anlagen |
Emissionsgrenzwerte für Staub und organische Aerosole |
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TRGS 900 |
Gefahrstoffverordnung |
Arbeitsplatzgrenzwerte (z.B. KSS-A-Fraktion 10 mg/m³) |
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BImSchG |
Bundesweit |
Rahmen für Genehmigung und Überwachung der Emissionen |
Sicherheitsrelevante Komponenten wie ein flammhemmender Filter nach DIN EN 16282-6 sind in vielen Branchen Pflicht, bevor die gereinigte Luft in die Abluftleitung gelangt.
Technische Verfahren zur Aerosolabscheidung im Vergleich
Die physikalischen Prinzipien sind seit Jahrzehnten bekannt – die Unterschiede liegen in der praktischen Umsetzung, in der Standzeit der Medien und im Energieverbrauch. Moderne Anlagen kombinieren oft mehrere Wirkprinzipien hintereinander, um Abscheidegrade von über 99 Prozent über den gesamten Tropfengrößenbereich zu erreichen. Die wichtigsten Technologien im Überblick:
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Trägheits- und Prallabscheider, etwa Zyklone und Lamellenabscheider – mechanisch robust und wartungsarm
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Koaleszenzabscheider mit Fasermatten – sehr gute Abscheidung kleinster Tropfen, aber regelmäßig zu wechseln
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Elektrostatische Abscheider – hoher Wirkungsgrad bei niedrigem Druckverlust, dafür aufwendige Wartung der Elektroden
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Nassabscheider und Gaswäscher – geeignet für wasserlösliche Schadstoffe, mit erhöhtem Wasser- und Abwasserbedarf
Wer einen besonders hohen Abscheidegrad bei niedrigen Betriebskosten anstrebt, findet in der patentierten Aerosolabscheidung von REVEN eine wartungsarme Lösung, die auf Trägheitsabscheidung in mehreren Stufen setzt und ohne Verschleißmedien auskommt.
Abscheidegrad, Druckverlust und Energieeffizienz
Der Abscheidegrad allein sagt wenig – entscheidend ist, wie er über den realen Tropfengrößenbereich verteilt ist und welcher Druckverlust dafür entsteht. Ein Filter, der 99 Prozent der Aerosole zurückhält, aber 1.500 Pascal Druckverlust verursacht, treibt über die Lebensdauer die Stromkosten der Ventilatoren in fünfstellige Höhen. Faustregel aus der Praxis: Jede Erhöhung des Druckverlusts um 100 Pascal steigert den Energieverbrauch eines mittelgroßen Absaugventilators um rund drei bis fünf Prozent. Hinzu kommt, dass viele Faserfilter mit zunehmendem Verschmutzungsgrad immer mehr Druckverlust aufbauen – der Anlagendurchsatz sinkt schleichend, und die Mitarbeiter beschweren sich über muffige Luft, ohne dass die eigentliche Ursache sofort sichtbar ist.
Auswahl des passenden Aerosolabscheiders für den Betrieb
Eine fundierte Anlagenplanung folgt einem klaren Schema. Wer die Reihenfolge umdreht oder einzelne Schritte überspringt, zahlt später drauf – oft mit Nachrüstungen, die teurer sind als die Erstinvestition. So gehen erfahrene Lüftungsplaner Schritt für Schritt vor:
- Aerosolquelle messen oder über Erfahrungswerte abschätzen (Volumenstrom, Konzentration, Tropfengröße)
- Anwendbare Normen und Grenzwerte identifizieren (Arbeitsplatz, Immission, Brandschutz)
- Technologie-Kandidaten anhand von Abscheidegradkurven und Druckverlust vergleichen
- Wartungsaufwand, Verbrauchsmaterial und Standzeiten über 10 Jahre kalkulieren
- Brand- und Explosionsschutz prüfen (Flammendurchschlagsicherheit, Sprinkleranforderungen)
- Pilotanlage oder Referenzmessung im Echtbetrieb durchführen, bevor die finale Bestellung erfolgt
Wartung, Betriebskosten und Anlagenintegration
Die Lebenszykluskosten einer Aerosolabscheidung werden zu rund 70 bis 80 Prozent vom Betrieb bestimmt – die Anschaffung ist nur die Spitze des Eisbergs. Ein selbstreinigender mechanischer Abscheider braucht keinen Filterwechsel, sondern nur eine periodische Spülung; ein Faserfilter dagegen verursacht über zehn Jahre erhebliche Materialkosten und Entsorgungsaufwand für den ölgetränkten Filterschrott. Wer Aerosolabscheider früh in die Planung einbindet – idealerweise gemeinsam mit der Hallenlüftung und der Energieanlage -, spart Investitionskosten und vermeidet spätere Umbauten. Wichtige Praxispunkte: ausreichende Revisionsöffnungen, Drainage für Kondensat und abgeschiedene Flüssigkeiten, Schalldämpfung in der Reinluftleitung sowie ein Monitoring von Differenzdruck und Volumenstrom, damit Verschleiß und Druckaufbau frühzeitig erkannt werden.
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Häufige Fragen zum Thema Aerosolabscheidung in der Industrie
Welche Norm gilt für Aerosolabscheider in der Industrie?
Für die Flammendurchschlagsicherheit gilt heute europaweit die DIN EN 16282-6, die die ältere DIN 18869-5 abgelöst hat. Für Arbeitsplatzgrenzwerte ist die TRGS 900 maßgeblich, für Emissionen in die Außenluft die TA Luft.
Wie hoch sollte der Abscheidegrad eines Aerosolabscheiders sein?
Branchenübliche Werte liegen zwischen 95 und 99,9 Prozent über den gesamten Tropfengrößenbereich. Hochwertige mehrstufige Systeme erreichen bis zu 99,999 Prozent – entscheidend ist immer die Wirkung im kleinen Tropfenbereich unter 1 Mikrometer.
Was unterscheidet Koaleszenzabscheider von Zentrifugalabscheidern?
Koaleszenzabscheider bündeln feinste Tropfen über Fasermedien zu größeren Tropfen, die dann abtropfen – sehr feinabscheidend, aber wartungsintensiv. Zentrifugalabscheider nutzen Fliehkraft und Trägheit, sind robust und nahezu wartungsfrei, brauchen aber mehr Bauhöhe.
Sind Aerosolabscheider wartungsfrei?
Vollständig wartungsfrei ist kein Abscheider, aber mechanische Systeme ohne Verschleißmedien kommen mit jährlicher Sichtprüfung und gelegentlicher Spülung aus. Faser- und Elektrofilter erfordern dagegen regelmäßige Filterwechsel oder Elektrodenreinigung.
Wie wird die Wirksamkeit eines Aerosolabscheiders geprüft?
Akkreditierte Prüfstellen wie der TÜV messen Abscheidegrad und Druckverlust nach EN ISO 16890 beziehungsweise EN 16282-6 unter standardisierten Bedingungen. Im laufenden Betrieb empfiehlt sich ein kontinuierliches Differenzdruck-Monitoring und eine jährliche Volumenstromüberprüfung.




